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Marc Conrad

Marc Conrad, Wilhelm Salber
Goethe zum Film

269 Seiten kartoniert, ISBN 978-3-416-03155-4
€ 19.90

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Es gibt viele neue Bücher zu und über Filme und selten halten sie, was sie versprechen. Es gibt aber auch Glücksfälle wie : „Goethe zum Film“. Wie der provokante Titel ahnen lässt, ist diese Film - Psychologie wohltuend anders in Stil und Inhalt, verglichen mit dem üblichem Psychologisieren.

Als Künstlerin liegt es mir nahe, mit dem Stil zu beginnen. Der hat zu tun mit der Grundfrage für Kunst und Wissenschaft : mit welcher Methode nimmt man konkret das vielzitierte „Ganze“ in den Griff und hält es auch im Griff?

„Goethe zum Film“ geht hier von der „Tiefe“ eines ganzen, uns bewegenden Gestalt- Komplexes (Goethe) aus. Die Verfasser analysieren dazu komplette seelische „Orchestrierungen“ oder das Wiederauftauchen eines Ganzen in Abwandlungen und Metamorphosen.
Wirkungs- Analogie und Entwickeln – können werden in „Goethe zum Film“ zu einer Maxime, die immer wieder den roten Faden eines „Ganzen in Bewegung“ aufgreift. Dadurch kommen ungewöhnliche Kategorien des Filmerlebens in den Blick. Die Lektüre zeigt, dass es sich lohnt auf solche Voraussetzungen und Produktionsprobleme zu achten.
Bei dieser Film- Psychologie, die vom Erleben, wie es sich beschreiben lässt, ausgeht, ist das Ganze notwendig „inhaltlich“, stofflich-sinnlich, „bewegt“. Es ist immer ein komplettes Werk, das Wirklichkeit in bestimmter Richtung zu gestalten und mit zugestalten sucht. Durch das ganze Buch hindurch werden Analogien zwischen dem „Gefüttertwerden“ durch die „Komplex – Entwicklung“ eines Films und der Teilnahme an einem großen Essen auf überraschende weise durchgespielt. Seelische Komplexe (im ganzen) werden aufgerührt, durchgekaut, abgewehrt, in andere Verhältnisse hinein weiterentwickelt, von daher lassen sich Drehbücher schreiben!
In den Darstellungen dieses Buches finden seelische Unternehmen ihren Sinn in sich selbst. Sie brauchen also keinen Deckmantel von „Korrektheit“, wenn es um Maßstäbe für Filmkritik geht. Was Seelisches bei Filmen „bewegt“, verstehen Salber und Conrad verblüffend gut von dem her, was alles (!) sich in den erlebten Phänomenen selbst zeigt . Darüber hinaus werden die Texte der analysierten Filme durch viele Abbildungen der entsprechenden Filmplakate begleitet.

Im Buch zeigen sich im Sinne Goethes Urphänomene der Verwandlung als „Inhalte“ seelischer Werke. „Filmwirkung“ erwächst aus einem Verwandeln – wollen der Wirklichkeit, bewusst wie unbewusst, : Umzaubern – wollen, was ist, wie in den Märchen und Träumen. Damit und mit der Behinderung dieser Verwandlung hängt das zusammen, was die Autoren die „Komplexentwicklung „ des Filmerlebens nennen.
„Der Mensch ist ein behindertes Kunstwerk“, sagt das Buch. Mir fällt beim Lesen immer wieder die Darstellung der ausgedehnten Umwandlung unserer Besessenheiten in Kultivierungsprozesse und kunstanaloge Prozessen auf. Darüber findet sich in anderen Büchern selten etwas. Von daher wird in „Goethe zum Film“ durch seine ausführlichen Film Analysen weiterführend auch etwas über die Zukunft von Film und Fernsehen gesagt.
Die Lektüre dieses Buches ermöglicht es uns, Filme wie Kunstwerke als gelungene oder eben als verpasste „Gestalt“ wahrzunehmen.
Tremezza von Brentano 


Dirk Blothner, Marc Conrad
Invasion!

120 Seiten kartoniert, ISBN 978-3-416-03127-1
€ 14.90

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"...Als Patentrezept gegen die deutsche Krise wollen die Autoren ihre "Invasion" freiolich nicht verstanden wissen, der ohnehin schon ausgeprägten Unsitte deutscher Sender, US-Erfolgsmuster zu klonen, nicht noch Vorschub leisten. Vom konsequenten Blick der Amerikaner auf den Zuschauer und auf zielgerichtete Wirkung würden sie sich allerdings auch hierzulande mehr wünschen... Dieses Buch wird eine Debatte anstoßen." (TV/Radio Feb. 2008)
„...halten wir es für erforderlich, schon bei der Ausbildung des Nachwuchses den Aspekt der Wirkung sehr viel stärker einzubringen. Es ist grotesk, dass die Filmhochschulen jungen Menschen, die – umringt von Werbestrategien, einem Kreuzfeuer von Medienwirkungen und einer um sich greifenden Auftrittskultur – erwachsen werden sollen, so gut wie nichts über das Funktionieren unbewusster Wirkungsprozesse vermitteln. In den Drehbuch- und Regieausbildungsgängen in den USA ist es eine Selbstverständlichkeit, Film immer im Hinblick auf die Zuschauer und die von ihnen eingebrachten Wirkungsprozesse zu verstehen. Warum nicht auch bei uns?...“ (Aus den Schlußfolgerungen der Verfasser) 



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